Informationen über den gesunden Buchweizen

Die Buchweizen Pflanze - Herkunft, Merkmale, Anbau & Ernte *

Buchweizen in Blüte
Buchweizen in Blüte

Der Buchweizen wird landläufig gern als eine Getreideart bezeichnet. Es handelt sich allerdings nicht um eine solche, sondern um eine Pflanzengattung aus der Familie der Knöterichgewächse. Neben anderen als Cerealien gehandelten getreideähnlichen Arten, bei denen es sich nicht um echte Getreide handelt wie beispielsweise der Reismelde und dem Amarant, zählt auch der Buchweizen zu den Pseudocerealien. Der lateinische Name des Buchweizens lautet Fagopyrum. Als Synonym ist unter anderem die Bezeichnung Heidekorn bzw. Heidenkorn gebräuchlich. Diese hängt mit dem Ursprung der Pflanze zusammen, der in mohammedanischen Ländern zu finden ist, wo die sogenannten Heiden lebten. Das Christentum als Religion besitzt in diesen Regionen kaum eine Bedeutung. Die Ähnlichkeit der Früchte mit denen der Buchecker hat dem Buchweizen seinen deutschen Namen gegeben. Aktuell sind 16 Arten des Buchweizens bekannt.


Herkunft - Woher kommt die Buchweizen Pflanze?

Die Kultur des Buchweizens besitzt eine lange Geschichte. In China baute man ihn bereits vor über 4.500 Jahren an. In Japan kennt man ihn seit 3.500 Jahren, wobei die Arten Fagopryum esculentum und Fagupylum tataricum heutzutage bei der Kultivierung die einzige Rolle spielen. Nach Mitteleuropa gelangte das Heidenkorn wahrscheinlich vom Amurgebiet aus, insbesondere aus der Mongolei. Erstmals führte man ihn im Mittelalter ein. Im 13. Jahrhundert begann man, das Heidenkorn im Rheinland zu kultivieren. Beinahe zwei Jahrhunderte später baute man ihn es Österreich an, wo es noch heute als Jauntaler Hadn als traditionelles Lebensmittel angesehen wird.

Wenngleich in Mitteleuropa zu dieser Zeit bereits diverse Getreidearten genutzt wurden, erfreute sich der Buchweizen einer hohen Beliebtheit. Er konnte dort angebaut werden, wo die natürlichen Lebensbedingungen für andere Getreidearten ungeeignet waren, beispielsweise auf sandigen oder dauerhaft feuchten Böden, selbst in Moorgebieten oder auf brandgerodeten Flächen zeigte er ein zuverlässiges Wachstum.

Neben den Früchten konnte das Stroh der Pflanze genutzt werden. Es wurde zum Mulchen oder als Einstreu für das Vieh verwendet. Da der Buchweizen außerdem in der Lage ist, Stickstoff zu binden, macht er ausgelaugte Böden wieder fruchtbar. Dadurch trug es zur Verbesserung der Bodenbeschaffenheit bei. Auch heute nutzt man diese Eigenschaft in der Landwirtschaft. Ein weiterer Vorteil beim Anbau von Buchweizen besteht in der natürlichen Schädlingsbekämpfung. Im Boden befindliche Nematoden werden beim Vorhandensein von Buchweizen zum Schlupf gereizt. Sie finden an den Wurzeln jedoch keine Nahrung, so dass sie absterben. Dadurch wird der Boden langfristig von ihnen befreit.

Letztlich dienen die Blüten des Buchweizens auch den Insekten, insbesondere Bienen ziehen sie an. Der Buchweizen-Nektar besteht fast zur Häfte aus Saccharose, wodurch sehr hohe Honigerträge erzielt werden. So können beispielsweise Spitzenwerte von fast 500kg Honig pro Hektar erzielt werden, was fast den Werten der verbreiteten Honigpflanze Raps entspricht. All diese Gründe sprechen dafür, sich mit der Pflanze näher zu beschäftigen und beispielsweise über einen Anbau im eigenen Garten nachzudenken.


Merkmale des Buchweizens

Der Buchweizen ist je nach Art eine krautige Pflanze beziehungsweise ein Halbstrauch mit aufrechten, bis zu 120 Zentimeter hohen Stängeln sowie ovalen, herz- oder pfeilförmigen Laubblättern, die wechselständig angeordnet sind. Die Pflanze bildet lange Pfahlwurzeln mit unzähligen Fasern sowie weiße, als Trauben angeordnete Blüten mit weißen, rosafarbenen oder roten Staubblättern aus. Aus Letzteren entwickeln sich später die Früchte, die beim Tatarischen Buchweizen als Achänen bezeichnet und beim Echten Buchweizen als Nüsschen bezeichnet werden.

Sortenauswahl

Während aus biologischer Sicht zwei Arten, nämlich der gewöhnliche und der tatarische Buchweizen, eine Rolle spielen, müssen sich der Bauer oder der Gärtner zwischen verschiedenen Sorten entscheiden. Die am häufigsten angebotenen sind hierzulande Lifestum, Alex, Mogul und Lifago.

Standort

Wenngleich die Pflanze hinsichtlich des Bodens nicht sonderlich anspruchsvoll ist, haben sich leichte, sandige oder torfhaltige Untergründe in der Vergangenheit bewährt. Wer einen schweren Boden besitzt, sollte ihn vor dem Anbau gut durcharbeiten und gegebenenfalls mit Sand anreichern, damit es in Regenzeiten nicht zu Bodenverdichtungen kommt. Der pH-Wert kann neutral oder leicht sauer sein.

Aussaat

Zum Zeitpunkt der Aussaat sollte es möglichst gleichmäßig warm sein. Spätfröste dürfen nicht mehr befürchtet werden. Nach Mitte Mai kann demnach auch in rauen Lagen mit dem Anbau begonnen werden. Der Boden sollte sich dann bereits auf mindestens 10 Grad Celsius erwärmt haben. Soll der Buchweizen lediglich als Zwischenfrucht dienen, sät man ihn zwischen Juli und August. Nach dem Einsetzen der ersten Fröste im Spätherbst kann mit einer Ernte nicht mehr gerechnet werden.

Benötigt werden für den Quadratmeter ungefähr 120 Körner. Zwischensaaten können dichter gesät werden. Der Reihenabstand beträgt etwa 15 Zentimeter. Als Saattiefe bieten sich zwei bis drei Zentimeter an.

Pflege

Je nach Witterung muss der Buchweizen gewässert werden. Bis zum Auflaufen der Saat ist eine gleichmäßige Feuchtigkeit von Vorteil. Später wird in Trockenperioden regelmäßig gegossen. Dabei ist darauf zu achten, dass keine Staunässe entsteht, ansonsten würden die Wurzeln abfaulen, was zu einem Totalausfall führen könnte.

Das gelegentliche und gut dosierte Düngen führt zu höheren Erträgen. Kalk- und chloridhaltige Düngemittel sollten vermieden werden. Stickstoff und organische Dünger können zugesetzt werden, jedoch ist eine Überdüngung zu vermeiden. Es käme zu einer Reifeverzögerung. Besonders wichtig für das Wachstum des Buchweizens sind die Spurenelemente Molybdän und Bor.

Ernte der Buchweizen Körner (Achänen & Nüsschen)

Je nach Sorte und klimatischen Verhältnissen beginnt die Ernte des Buchweizens im August. Die Früchte reifen im Allgemeinen in einer zeitlichen Abfolge. Färben sich die Spitzen gelbbraun, sollten die gesamten Früchte abgenommen werden, da es ansonsten zu Verlusten käme. Um sie haltbar zu machen, müssen sie getrocknet werden.

Wie hoch die Ernte ausfällt, hängt von den Witterungsbedingungen, von der Sorte sowie vom Schädlings- und Krankheitsbefall ab. Durchschnittlich liegt der Ertrag pro ha (Hektar) bei etwa 1 bis 3 Tonnen (Nüsschen). Um das Unterdrücken der Kulturpflanzen von Unkräutern zu vermeiden, hat sich eine spezielle Fruchtfolge bewährt, beispielsweise die Nutzung der Vorfrüchte Kartoffel oder Mais. Herbizide sind zur Unkrautbekämpfung nicht erlaubt. Nach der Ernte sollte eine Zwischenfrucht eingesät werden, damit der Boden im kommenden Jahr so weit wie möglich unkrautfrei ist und zur Neuansaat bereit steht. Es ist möglich, den Buchweizen an derselben Stelle wie im Vorjahr in den Boden zu bringen, da er selbstverträglich ist.


* Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der hier gemachten Informationen wird keine Gewähr übernommen. Die hier vorgestellten Informationen stellen keine Form der Beratung dar. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Ihren Hausarzt.

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